
IEA Task 37 „Energy from Biogas“ startet mit neuem Arbeitsprogramm
Der Kompost und Biogas Verband Österreich ist erstmals als Konsortialpartner, gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und der AEE Intec bei Graz, Teil der österreichischen Beteiligung am IEA Task 37. Gleichzeitig übernimmt mit Bernhard Drosg von der BOKU auch ein Österreicher den Task Lead für das anstehende Triennium. Beim ersten Task-Meeting vergangene Woche in Oslo wurde das Arbeitsprogramm für die nächsten 3 Jahre besprochen.
Ein Hauptziel ist es, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeit der Biogasproduktion und -nutzung zu bewältigen. Während es in OECD -Ländern viele Biogasanlagen gibt, kann der Betrieb in den meisten Fällen nur mit Hilfe von Subventionen aufrechterhalten werden, um mit dem Industriesektor der fossilen Energie zu konkurrieren. Es besteht ein klarer Bedarf, viele der Prozessschritte in der Biogasproduktionskette zu verbessern, um sowohl die Investition als auch die Betriebskosten zu senken.
Biogassysteme werden im Kontext kreislaufwirtschaftlicher Prozesse, ihrer wirtschaftlichen, ökologischen und sozioökonomischen Zusatznutzen über die Energiebereitstellung hinaus sowie der Optimierung des mikrobiellen Umwandlungsprozesses diskutiert. Der Schwerpunkt liegt auf Abfall- und Abwassermanagement sowie landwirtschaftlichen Prozessen. Der Stand der eingesetzten Technologien, die Entwicklung des Sektors und die Ausrichtung der Behörden sind in den teilnehmenden Ländern heterogen. Dies bietet die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und gegenseitigen Wissensgewinn. Dies ist besonders interessant, da Task 37 traditionell eine hohe Länderzahl und eine beträchtliche geografische Streuung aufweist, sodass eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze innerhalb der Mitglieder vorhanden ist.
Das neue Arbeitsprogramm konzentriert sich auf eine Mischung aus Themen, die auch in der Vergangenheit wichtig waren, sowie auf neue Themen. Zunächst wird die Arbeit zu den Zusatznutzen von Biogas aus dem letzten Triennium fortgesetzt, da dies ein äußerst wichtiges Thema für die Branche ist. Biogasanlagen beeinflussen nicht nur die Energie, sondern auch das Ressourcen- und Abfallmanagement, das Nährstoffmanagement und die Bodenqualität. Darüber hinaus haben sie weitreichende Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Gärrest, dem Nebenprodukt jeder Biogasanlage. Die zunehmende Biogasnutzung in den Mitgliedsländern führt zu hohen Gärrestmengen, die für eine nachhaltige Biogaswirtschaft angemessen bewirtschaftet werden müssen.
Ein Thema, das in den letzten Triennien nur am Rande behandelt wurde, sind die Wirtschaftlichkeit und die Kosten der Treibhausgasvermeidung. Verfügbare Kostenbewertungen aus verschiedenen Ländern werden im neuen Arbeitsplan gesammelt und verglichen. Diese Arbeit wird mit der Berechnung der marginalen Treibhausgasvermeidungskosten kombiniert.
Ein völlig neues Thema wird die Überwachung mikrobieller Gemeinschaften in Biogasanlagen sein. Da der Probendurchsatz bei der DNA-Sequenzierung gestiegen ist und die Kosten deutlich gesunken sind, werden diese Methoden für die Biogasbranche interessanter.
Aufbauend auf den guten Erfahrungen der letzten drei Jahre konzentriert sich die Arbeit des Tasks außerdem auf Kommunikations- und Verbreitungsaktivitäten (Newsletter, Webinare, LinkedIn-Account) sowie Berichte über den Einsatz von Biogas in verschiedenen Ländern (Länderberichtszusammenfassung, Fallstudien). Weiterführende Informationen, Hinweise zu Veranstaltungen sowie die Publikationen finden Sie auf der Homepage des IEA Tasks 37 (https://task37.ieabioenergy.com/).
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